Semiramis Research and Service Unir (SeReS Unit)
Systemintegration mittels Collaboration- und Workflowmanagement über Unternehmensgrenzen hinweg Autor: Manuel Stecher, Universität Innsbruck
Abstract:
Unternehmen haben in den letzten 30 Jahren integrierte Geschäftsprozesse geschaffen und damit Prozessketten beherrschbar gemacht. Dies wirkte sich wiederum positiv auf Kosten, Durchlaufzeiten, Qualität etc. aus. Zurückzuführen war jenes beispielsweise auf konsequentes Business Process Reengineering oder etwa einer Automatisierung der Datenebene mittels EDI (Electronic Data Interchange). Daher sind Schlagwörter wie Business Networking kein unbeschriebenes Blatt mehr. Worin besteht also der Anlass, das Phänomen der Vernetzung erneut aufzurollen respektive zu diskutieren? Dazu gibt es mehrere Gründe.
Die Globalisierung und der damit einhergehende härter werdende Wettbewerb zwingt Unternehmen zur „Strategie der Wettbewerbsvorteile“. Vor allem in den letzten Jahren wurde vermehrt erkannt, dass die Überlebensfähigkeit für Unternehmen in gesättigten Märkten ohne vorhandene Netzwerke größtenteils nicht möglich ist. Somit ist der Zerfall beziehungsweise die Verschiebung von restriktiven Unternehmensgrenzen immer häufiger zu beobachten. Dabei wird und muss Prozesseffektivität und –effizienz groß geschrieben werden, indem die ursprüngliche Wertschöpfungskette durch ein „Wertschöpfungsnetzwerk“ ersetzt wird, welches die Lieferanten der Lieferanten mit den Kunden der Kunden zu verbinden im Stande ist.
Gerade aus diesem Punkt wird eines klar, nämlich dass der starre Blick auf innerbetriebliche Vernetzung nicht der Schlüssel zum Erfolg sein kann. So müssen zwischenbetriebliche Netzwerke Gegenstand der Diskussionen bezüglich strategischer Stoßrichtungen sein, welche eben quer zu traditionellen Unternehmensgrenzen stehen. Daraus lässt sich schließen, dass Business Networking zwar nicht das einzige, aber sicherlich das wichtigste Merkmal im Informationszeitalter ist. Es geht nicht nur um eine rein funktionale Ausrichtung, vielmehr ist die Thematik ein neues Paradigma, welches auf zwischenbetriebliche Planung, Management und Ausführung aller Geschäftsprozesse beruht. Eine zentrale Fragestellung bleibt jedoch nach wie vor bestehen: ist die integrierte Organisation die einzig richtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen des Wettbewerbs und wann stoßt man an seine Grenzen?
Im Einzelfall ergeben sich unverkennbar sowohl für die bindende als auch für die gebundene Unternehmung zugleich erhebliche, teils sogar neuartige Anforderungen an deren Managements. Darüber hinaus sind diese Anpassungen mit hohen Aufwendungen verbunden, die in Kauf genommen werden, ohne dass die Organisation Überlegungen bezüglich dem strategischen Zweck. Deshalb soll diese Arbeit Aufschluss bezüglich der genannten Fragestellungen geben und darüber hinaus im Stande sein, den gegenwärtig stattfindenden Hype rund um diverseste Systemintegrationen kritisch zu hinterfragen. |